Not Limitless, 2023
Experimentelle Entwurfsserie.
Billig produzierte Fast Fashion, Überproduktion und immer schnelllebigere Trends führen dazu, dass Kleidungsstücke oft nur für kurze Zeit getragen oder sogar Neuware achtlos weggeworfen werden. Dies wiederum führt zu riesigen Kleiderbergen, die zu Müllhalden werden. Ein bekanntes Beispiel ist die Atacama-Wüste in Chile, die immer wieder Schlagzeilen macht.
Mit meinem experimentellen Projekt widme ich mich weggeworfenen Kleidungsstücken und arbeite mit diesen verschwendeten, planetaren Ressourcen. Ganz im Sinne des Slow Fashion möchte ich durch das Upcycling und den Zero-Waste-Ansatz Handwerkstechniken präsentieren, die nicht nur Gestaltungsformen oder neue Verwendungszwecke bieten, sondern auch einen nachhaltigen, bewussten Umgang fördern, der unser Produktions- und Konsumverhalten in Frage stellt.
Am Anfang meines experimentellen Projekts stand ein zufällig zusammengestellter Sack aus Altkleidern von der Kleiderzentrale der Caritas. Solche Altkleidersäcke werden täglich zu Hunderten, wenn nicht Tausenden, in der Schweiz abgegeben. Diese Ansammlung von weggeworfenen Kleidungsstücken, die ich abholen durfte, symbolisiert das Ende der Produktionsketten der Textilindustrie. Auf den Kleideretiketten (sofern vorhanden) wird meist nur das letzte Produktionsland genannt, während die genaue Herkunft der Textilfasern, der Produktionsort sowie die Arbeiterinnen und Arbeiter dahinter anonym bleiben. Diese Anonymität erschwert das Recycling-System und führt zu Schwierigkeiten bei der Verarbeitung solcher Textilien.
Das Zukunftsmodell des Upcyclings erfordert keine neue Materialproduktion. Studien zeigen, dass der grösste Ressourcenverbrauch ganz am Anfang der textilen Wertschöpfungskette bei der Herstellung von Fasern und Stoffen stattfindet. Durch die Verwendung dieser Materialien eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten, Altkleider und mangelhafte Kleidungsstücke wieder verwendbar und langlebiger zu machen.